Mit dem Apostel Paulus durch die Eifel
Pilgern auf dem Jakobsweg 2008

 

 

In den ersten Oktobertagen hat sich wieder eine Gruppe von 21 Pilgern aus Straelen, Broeckhuysen, Geldern, Issum und Kleve auf Pilgerreise begeben.
Vier Etappen des Jakobsweges in der Eifel standen auf dem Programm: von Weilerswist sollte es bis nach Dahlem gehen. Das Quartier für die Zeit war im Haus Maria Königin in Bad Münstereifel. Geleitet wird dieses Haus von Neusser Augustinerinnen.
Jeder Pilgertag begann mit einem geistlichen Impuls zum Apostel Paulus, seinem Leben und Wirken. „Ein wichtiger Gedanke dieser Pilgerfahrt ist es, mit dem Apostel Paulus ins Gespräch zu kommen“, sagte Sigrun Bogers, die zusammen mit den Eheleuten Bärbel und Rainer Gurski und Pastor Stefan Keller die Pilgertour leitete.
Den ersten Impuls gab Bärbel Gurski in der Kirche von Weilerswist. Sie nahm uns mit auf den Berufungsweg des Apostels, der vor Damaskus seinen entscheidenden Wendepunkt hat. Jesus Christus macht sich Paulus ganz persönlich bekannt. Diese Begegnung verändert sein Leben völlig. Aus dem Verfolger wird der Verkünder. Aus dem Gegner wird ein begeisterter und begeisternder Anhänger. In der Mittagszeit gab es jeweils einen zweiten Impuls. „Für Paulus war es wichtig zu erfahren, dass Jesus, der am Kreuz gestorben ist, auferstanden ist. Das wird zum Zentrum seiner Botschaft“, sagte Bärbel Gurski.
Den ersten Pilgertag ging es entlang der Erft bis Euskirchen. Dort begann am nächsten Tag der zweite Abschnitt des Pilgerweges mit einem Impuls von Stefan Keller. Er berichtete von der Motivation des Apostels: „Die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14). Paulus weiß sich mit Jesus Christus ganz eng verbunden. Er kann sagen: „Wer in Christus ist, der ist eine neue Schöpfung.“ (2 Kor 5,17).
Paulus hat bei seiner Verkündigung zunächst gut hingehört: was interessiert die Leute, wie reden die – und dann hat er dort angesetzt und ihnen Jesus so verkündet, wie sie es verstehen und begreifen konnten.
Im Quartier bei den Neusser Augustinerinnen feierte die ganze Gruppe drei Mal Eucharistie in der Hauskapelle des Klosters. Dabei standen die Paulustexte der Lesungen im Zentrum. Am 4. Oktober kam der Tagesheilige Franziskus besonders in den Blick.
An einem Abend gab es einen Film zu sehen: „Paulus in Rom“. Er gab wertvolle Anstöße vor allem im Blick auf die Ökumene.
Am dritten Tag ging es auf die landschaftlich reizvollste und anspruchvollste Etappe, von Bad Münstereifel nach Blankenheim. Das bunte Herbstlaub und die abwechslungsreiche Strecke war einfach herrlich.
Den dritten Tagesimpuls gab Sigrun Bogers. „Paulus als Missionar“ war ihr Thema. „30.000 Kilometer bist du für die Sache Jesu unterwegs gewesen.“ „Paulus, du hast keine Verkündiger-Ich-AG gegründet, sondern bist ein Teamspieler gewesen, als du die Gemeinde gegründet hast. Du hast Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um dich gesammelt.“ Am Ende des Römerbriefes (Kapitel 16) stehen viele der Namen von Menschen, die Paulus bei seiner Arbeit wichtig geworden sind.
Unterwegs gab es erneut einen Impuls, in dem uns Sigrun Bogers Hananias vorstellte. Er ist derjenige, der den Apostel Paulus auf die Taufe vorbereitete. Ohne ihn wäre Paulus sicher nicht Christ geworden.
An den einzelnen Pilgertagen ist uns das Wetter nicht immer wohl gesonnen gewesen. Die Regenhosen und –jacken konnten wir gut gebrauchen. Besonders der letzte Tag hatte es in sich, Regen von Beginn an. Eingehüllt in Regensachen brachen wir in Blankenheim auf.
Rainer Gurski hatte sich für seinen Impuls eines der Abschlusskapitel des Galaterbriefes ausgesucht, in dem Paulus über die Freiheit spricht. Jesus Christus legt den Menschen das Doppelgebot der Liebe ans Herz, darin sind „das Gesetz und die Propheten“ erfüllt. Mehr braucht es für den Christen nicht. Er muss nicht einen Kanon von Gesetzen erfüllen, um vor Gott bestehen zu können, sondern er muss aus der Liebe sein Leben gestalten.
Mittags – es waren noch 6 km bis zum Etappenziel – waren alle Pilger völlig durchnässt, so dass wir bei einer Einkehr und Mittagsrast gemeinsam beschlossen, schon von hier aus zurück an den Niederrhein zu fahren. Fünf Tage guter Pilgergemeinschaft gingen zu Ende.
Elisabeth und Hans-Werner Verweyen, Josefine und Lambert Rous, Brigitte und Hans Schmitz und Doris und Heinz Jeschka hatten im Vorfeld jeweils die einzelnen Wegabschnitte erkundet. Das Altenheim in Sevelen hatte uns den VW Bus als Begleitfahrzeug zur Verfügung gestellt.
Teamwork – wie bei Paulus – wurde also auch bei uns groß geschrieben.

Stefan Keller